Ueber den Wolken
Als wir vor einem Jahr im Yosemite Park waren, da nahmen wir uns fest vor einmal die Ikone dieses Parkes, den Half Dome, zu besteigen. So machten wir uns Anfang Juni auf zu diesem Projekt. Am Donnerstag Abend fuhren wir los Richtung Yosemite. Wir uebernachteten irgendwo unterwegs in einem Motel und fuhren am Freitag weiter an den Suedeingang des Parkes. Dies war fuer uns neues Gebiet und so nahmen wir uns die Zeit die grossen Sequoias im Mariposa Grove zu bestaunen. Die Baeume sind unglaublich eindruecklich, einfach endlos hoch und maechtig. Der eindruecklichste heisst "Grizzly Giant" und ist ueber 3000 Jahre alt. Er sieht aus als wuerdem ihm neue Baeume anstelle von Aesten wachsen - so ein bisschen wie die Baum-Menschen (die Ents) in Herr der Ringe. Sehr cool!



Dann fuhren wir weiter gegen Norden, an der Wawona Lodge vorbei. Etienne's Eltern waren vor 2 Wochen hier - das Hotel im altenglischen Stil hat uns gut gefallen und vielleicht schaffen wir ja auch mal einen Abstecher hierher. Heut hatten wir aber im Yosemite Valley gebucht - das ist naeher zum Half Dome und auch dort wo die ganze "Action" ist. Wir haben im Februar versucht, fuer dieses Wochenende einen Camping Platz zu reservieren - da war schon alles ausgebucht!! Die Reservationen gehen 5 Monate vor dem Termin auf - und sind in der Regel innerhalb von Stunden weg... Tja, da muss man schnell handeln! Daher haben wir dann im Curry Village ein "Zelt" reserviert. Das ist so eine Art Zeltstadt - sieht so ein bisschen aus wie in einem Kriegsfilm ;-). Also nicht super idyllisch, aber es war doch noch ok. Nachdem wir da an der Rezeption etwa 1h gewartet hatten, mussten wir unser ganzes duftendes Hab und Gut (Essen, Toilettenartikel, Getraenke...) in einer Baerenbox verstauen. Natuerlich hatte nicht alles platz und wir mussten fuer unsere grosse Kuehlbox noch extra Stauraum mieten (tja, wir sind halt schon ein bisschen veramerikanisiert...). Zudem war da eine gewisse Strecke zwischen Auto, Baerenbox1, Baerenbox2 und Zelt, so dass wir fleissig hin und her liefen um alles zu organisieren. Das Ganze raubte schon ein bisschen Nerven und ein paar Flucher mussten auch sein - danach war leider schon Abend und es war nichts mehr mit gemuetlich ins Gras flachen und ein Mittagschlaefchen abhalten. Janu. Wir assen dann Znacht und gingen frueh schlafen.


Um 4:30 war Tag wach - grrrr, schon sau frueh und Etienne spickte zackig aus dem Bett, waehrend ich schon ein bisschen mehr Ueberzeugung brauchte. Um 5 Uhr war ich aber auch in meiner Wandermontur und wir marschierten in der Morgendaemmerung los: die Voeglein waren auch schon ein bisschen wach und sonst war es still und einfach schoen. Wir schauten nochmals ehrfuerchtig auf den Ziel-Berg, bevor wir die Sicht auf den Half Dome fuer ein Weilchen verloren. Zuerst ging es an 2 riesigen Wasserfaellen vorbei (Vernal and Nevada Falls), dann ueber das Little Yosemite Valley an die Hinterflanke des Half Domes.


Da musste man noch einen Anstieg durch einen super schoenen Wald erklimmen und dann ging es los mit Granit.


Der erste Teil des Half Dome's sind grosse Stufen die im Zick Zack hoch fuehren. Dann kommt man auf ein Plateau welches zum letzten 150m hohen Anstieg fuehrt.

Mitlerweilen war wohl so 10:00 und es hatte schon auch ein paar Leute auf

dem Weg (wegen der Vollmond-Nacht sind einige auch am Abend zuvor schon hoch gewandert). Dieses letzte Stueck ist sehr steil (mindestens 45 Grad) und da Normalbuerger dies nicht ohne Hilfe erklimmen koennen, ist so eine Art Leiter montiert: 2 Metallkabel zwischen welchen man sich hoch ziehen kann und alle ca. 5 Meter ein Querbalken aus Holz. Der Granitfelsen gibt eigentlich mit guten Wanderschuhen einen stabilen Halt, aber weil so viele Leute jedes Wochenende da hoch krabbeln, ist die Bahn zwischen den 2 Seilen ziemlich rutschig. Im Allgemeinen: das ganze ist sehr gfuerchig! So sieht es etwa von unten aus, obwohl man auf dem Bild nicht wirklich sieht, wie steil das ganze ist.

Links und Rechts geht es uebrigens runter. Ich glaub wenn ich gewusst haette, wie der Schluss aussieht, dann haett ich mir das ganze schon nochmals gut ueberlegt. Aber wiederum gehen so viele Leute hier hoch und gewisse wirklich nicht entsprechend ausgeruested (z.b. mit schluepfrigen Skater Schuhen oder mit Taschen die so auf der Seite haengen... echt!), da werden wir es auch noch schaffen. Und das haben wir auch - war schon noch anstrengend und ich war froh, dass ich meine Arme doch ab und zu trainiere und mich auf einen guten Griff verlassen konnte. Oben wurden wir dann natuerlich umso mehr belohnt - ein super Gefuehl! Die 360 Grad Aussicht einfach einmalig und in jede Richtung ein bisschen anders. Wir schauten ueber die Kanten und genossen die Aussicht, wir assen einen Bruchteil des mitgefuehrten Essens und feierten die erfolgreiche Erklimmung und mehr.




Die Menschenmassen dort Oben waren aber noch beeindruckend und so beschlossen wir dann vor der Rush-Hour wieder vom Berg zu steigen. Der Blick an den Kabeln runter glich einer Ameisenstrasse! Die die nun hochkamen mussten unten in der Schlange stehen und hatten auch nur eine Kabelseil um sich hoch zu ziehen (waehrend wir ja 2h frueher beide Kabel halten konnten). Ich beneidete die nun Hochkommenden nicht!

Der Abstieg dauerte ensprechend etwas laenger, aber wir schafften es heil runter. Mit Entsetzen habe ich erfahren, dass eine Woche spaeter ein Wanderer an den Seilen abgerutscht ist und 300 Meter in den Tod stuerzte! Wenn man grad da Oben war, dann faehrt eine solche Nachricht schon sehr ein... Naja, damals wussten wir ja nicht davon und wir liefen beschwingt und mit einem Grinsen das Tal hinunter, machten noch einen Rast oben auf den Nevada Falls und kamen 12h nach Abmarsch in der Zeltstadt an.

Abgesehen von ziemlich fehlender Haut an meiner rechten Ferse und sonstigen etlichen Blasen an den Fuessen haben wir die 18km und 1500 Hoehenmeter ziemlich gut ueberstanden und wir waren doch auch ein bisschen stolz ab unserer Leistung. Den Sonntag nahmen wir dann umso gemuetlicher. Wir fuhren aus dem Yosemite Valley raus Richtung Tioga Pass (gegen Osten). Dort setzten wir uns an einen schoenen See und genossen die Ruhe und das Rumhaengen - es hatte zwar Wolken von Moskitos, aber der Insektenspray hielt mal so richtig was er versprach und so konnten die unsere Enspannungsphase auch nicht wirklich stoeren. Auch wenn wir gern einfach noch ein bisschen mehr Richtung Osten weiter waeren - so eine Woche Ferien anhaengen - so mussten wir dann am Abend aber doch zurueck nach San Francisco und back to reality. War aber wie immer schoen in den Bergen!



Dann fuhren wir weiter gegen Norden, an der Wawona Lodge vorbei. Etienne's Eltern waren vor 2 Wochen hier - das Hotel im altenglischen Stil hat uns gut gefallen und vielleicht schaffen wir ja auch mal einen Abstecher hierher. Heut hatten wir aber im Yosemite Valley gebucht - das ist naeher zum Half Dome und auch dort wo die ganze "Action" ist. Wir haben im Februar versucht, fuer dieses Wochenende einen Camping Platz zu reservieren - da war schon alles ausgebucht!! Die Reservationen gehen 5 Monate vor dem Termin auf - und sind in der Regel innerhalb von Stunden weg... Tja, da muss man schnell handeln! Daher haben wir dann im Curry Village ein "Zelt" reserviert. Das ist so eine Art Zeltstadt - sieht so ein bisschen aus wie in einem Kriegsfilm ;-). Also nicht super idyllisch, aber es war doch noch ok. Nachdem wir da an der Rezeption etwa 1h gewartet hatten, mussten wir unser ganzes duftendes Hab und Gut (Essen, Toilettenartikel, Getraenke...) in einer Baerenbox verstauen. Natuerlich hatte nicht alles platz und wir mussten fuer unsere grosse Kuehlbox noch extra Stauraum mieten (tja, wir sind halt schon ein bisschen veramerikanisiert...). Zudem war da eine gewisse Strecke zwischen Auto, Baerenbox1, Baerenbox2 und Zelt, so dass wir fleissig hin und her liefen um alles zu organisieren. Das Ganze raubte schon ein bisschen Nerven und ein paar Flucher mussten auch sein - danach war leider schon Abend und es war nichts mehr mit gemuetlich ins Gras flachen und ein Mittagschlaefchen abhalten. Janu. Wir assen dann Znacht und gingen frueh schlafen.


Um 4:30 war Tag wach - grrrr, schon sau frueh und Etienne spickte zackig aus dem Bett, waehrend ich schon ein bisschen mehr Ueberzeugung brauchte. Um 5 Uhr war ich aber auch in meiner Wandermontur und wir marschierten in der Morgendaemmerung los: die Voeglein waren auch schon ein bisschen wach und sonst war es still und einfach schoen. Wir schauten nochmals ehrfuerchtig auf den Ziel-Berg, bevor wir die Sicht auf den Half Dome fuer ein Weilchen verloren. Zuerst ging es an 2 riesigen Wasserfaellen vorbei (Vernal and Nevada Falls), dann ueber das Little Yosemite Valley an die Hinterflanke des Half Domes.


Da musste man noch einen Anstieg durch einen super schoenen Wald erklimmen und dann ging es los mit Granit.


Der erste Teil des Half Dome's sind grosse Stufen die im Zick Zack hoch fuehren. Dann kommt man auf ein Plateau welches zum letzten 150m hohen Anstieg fuehrt.

Mitlerweilen war wohl so 10:00 und es hatte schon auch ein paar Leute auf

dem Weg (wegen der Vollmond-Nacht sind einige auch am Abend zuvor schon hoch gewandert). Dieses letzte Stueck ist sehr steil (mindestens 45 Grad) und da Normalbuerger dies nicht ohne Hilfe erklimmen koennen, ist so eine Art Leiter montiert: 2 Metallkabel zwischen welchen man sich hoch ziehen kann und alle ca. 5 Meter ein Querbalken aus Holz. Der Granitfelsen gibt eigentlich mit guten Wanderschuhen einen stabilen Halt, aber weil so viele Leute jedes Wochenende da hoch krabbeln, ist die Bahn zwischen den 2 Seilen ziemlich rutschig. Im Allgemeinen: das ganze ist sehr gfuerchig! So sieht es etwa von unten aus, obwohl man auf dem Bild nicht wirklich sieht, wie steil das ganze ist.
Links und Rechts geht es uebrigens runter. Ich glaub wenn ich gewusst haette, wie der Schluss aussieht, dann haett ich mir das ganze schon nochmals gut ueberlegt. Aber wiederum gehen so viele Leute hier hoch und gewisse wirklich nicht entsprechend ausgeruested (z.b. mit schluepfrigen Skater Schuhen oder mit Taschen die so auf der Seite haengen... echt!), da werden wir es auch noch schaffen. Und das haben wir auch - war schon noch anstrengend und ich war froh, dass ich meine Arme doch ab und zu trainiere und mich auf einen guten Griff verlassen konnte. Oben wurden wir dann natuerlich umso mehr belohnt - ein super Gefuehl! Die 360 Grad Aussicht einfach einmalig und in jede Richtung ein bisschen anders. Wir schauten ueber die Kanten und genossen die Aussicht, wir assen einen Bruchteil des mitgefuehrten Essens und feierten die erfolgreiche Erklimmung und mehr.




Die Menschenmassen dort Oben waren aber noch beeindruckend und so beschlossen wir dann vor der Rush-Hour wieder vom Berg zu steigen. Der Blick an den Kabeln runter glich einer Ameisenstrasse! Die die nun hochkamen mussten unten in der Schlange stehen und hatten auch nur eine Kabelseil um sich hoch zu ziehen (waehrend wir ja 2h frueher beide Kabel halten konnten). Ich beneidete die nun Hochkommenden nicht!

Der Abstieg dauerte ensprechend etwas laenger, aber wir schafften es heil runter. Mit Entsetzen habe ich erfahren, dass eine Woche spaeter ein Wanderer an den Seilen abgerutscht ist und 300 Meter in den Tod stuerzte! Wenn man grad da Oben war, dann faehrt eine solche Nachricht schon sehr ein... Naja, damals wussten wir ja nicht davon und wir liefen beschwingt und mit einem Grinsen das Tal hinunter, machten noch einen Rast oben auf den Nevada Falls und kamen 12h nach Abmarsch in der Zeltstadt an.

Abgesehen von ziemlich fehlender Haut an meiner rechten Ferse und sonstigen etlichen Blasen an den Fuessen haben wir die 18km und 1500 Hoehenmeter ziemlich gut ueberstanden und wir waren doch auch ein bisschen stolz ab unserer Leistung. Den Sonntag nahmen wir dann umso gemuetlicher. Wir fuhren aus dem Yosemite Valley raus Richtung Tioga Pass (gegen Osten). Dort setzten wir uns an einen schoenen See und genossen die Ruhe und das Rumhaengen - es hatte zwar Wolken von Moskitos, aber der Insektenspray hielt mal so richtig was er versprach und so konnten die unsere Enspannungsphase auch nicht wirklich stoeren. Auch wenn wir gern einfach noch ein bisschen mehr Richtung Osten weiter waeren - so eine Woche Ferien anhaengen - so mussten wir dann am Abend aber doch zurueck nach San Francisco und back to reality. War aber wie immer schoen in den Bergen!

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