Lee in San Francisco

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Januar 27, 2007

Riesen der Meere

Der Pazifische Ozean ist, wie wohl viele Meere auf der Erde, eine Autobahn fuer viele Tierlis die sich von Norden in den Sueden und dann wieder zurueck bewegen. Gewisse legen da unglaubliche Strecken zurueck und nicht selten essen sie auf dem ganzen Weg kaum was. Eindruecklich! Unter diesen Tierlis finden sich auch ziemlich maechtige Exemplare, und die gingen wir letzten Samstag bestaunen. Genauer sind es Grauwale welche zur Zeit von der Arktis in die Gebiete um Mexiko schwimmen, um sich dort im warmen Gewaesser etwas zu vergnuegen und ihre Jungen zur Welt zu bringen. Die Weibchen essen auf dieser ganzen Reise nichts! - daher wollen sie dann auch mal wieder zurueck aus dem warmen Bad in die kalten Gewaesser um Alaska. Sie muessen aber warten, bis ihre Babies genuegend stark fuer die lange Schwimmerei sind: also die Entscheidung Kind oder Hunger... Das Essen besteht uebrigens aus irgendwelchem Gezeug das sie aus dem Meeresbodenschlamm filtern, also nicht umbedingt was Glustiges fuer was ich diesen weiten Weg auf mich nehmen wuerde!

Auf Weihnachten vor 2 Jahren hab ich von meiner Schwester Anne-Christine einen Gutschein fuer's Whale Watching bekommen. Etienne hat auch einen solchen von seinen Eltern auf den Geburtstag gekriegt und nun loesten wir die ganzen Gutscheine ein und fuhren mit einem Boot ins weite Meer. An Board war eine Biologin die fuer die "Farallones Marine Sanctuary Association" arbeitet. Die Farallones sind eine Inselgruppe die etwas noerdlich von San Francisco am Kontinentalschelf von Amerika liegen (dort geht's dann gaaanz tief runter). Die Inseln sind unbewohnt bis auf ein paar hart-Klima-trotzenden Biologen die dort die vielen Voegelarten waehrend der Brutzeit, und auch die Weissen Haie die sich zwischen September und Dezember dort in grossen Massen tummeln, erforschen. Ab und zu kommen dort auch ein paar Wale auf Wanderschaft vorbei und dann freuen sich all die Biologen (und auch wir Touris). Als Normalmensch muss man eine Bewilligung kriegen um die Inseln zu betreten, daher fuhren wir nur an ihnen vorbei und wir waren froh, dass wir keine Feldforscher sind und dort Monate verbringen muessen: schoen ist es ja schon, aber sehr stinkig (zur Zeit leben noch Kolonien von 5 verschiedenen Robbenarten auf der Insel) und seeehr einsam, karg und unwirtlich. Es sieht so ein bisschen aus wie aus dem Computerspiel "Myst"...



Der Hoehepunkt der Reise waren natuerlich die vielen Grauwale, die wir auf ein paar Kilometern ihrer Wanderung begleiteten. Man sah natuerlich nur einen Bruchteil der gewaltigen Tiere: angekuendigt durch einen Wasserspritzer kam ein grosser Ruecken zum Vorschein (der kann ja scheins auch entzuecken!), welcher bei Glueck von einer enormen Schwanzflosse gefolgt wurde. Es war schon sehr eindruecklich, vorallem wenn man sich vorstellte, was fuer ein riesiges Tier an diesem Ruecken dran haengt! Wir waren wirklich entzueckt und es war super der gemaechlichen, aber stetigen Reise dieser Riesen ein bisschen bei zu wohnen.