Ferien in Costa Rica
Nach einem hektischen Flughafen Erlebnis (Flug 2h verspaetet, so dass wir den Anschlussflug in LA verpasst haetten, hin und her rennen und versuchen, eine helfende Hand zu finden - da United kein Infostand mehr hat war das gar nicht so leicht - auf Standby von einem anderen Flug und wieder canceln) kamen wir dann puenktlich am Samstag 8:35 in San Jose, Costa Rica an.
Auf der Fahrt vom Flughafen zu unserem Hotel fiel uns bereits folgendes auf:
- McDonalds jagt BurgerKing und PizzaHut - sehr veramerikanisiert, das Ganze
- Menschen spazieren auf der Autobahn, manchmal haelt sogar ein Bus um sie aufzulesen
- Die Stadt wirkt sehr modern und sauber, gar nicht wie ein 3-Welt Land
- Taxifahrer in San Jose kennen kein Pardon und kommen seeehr schnell ans Ziel
- Sogar in der Naehe der Stadt ist alles sehr gruen, uebersaeht von Bananenstauden, ueberwachsenen Eichen, Palmen und allem was so waechst wenns genuegend Sonne und Wasser hat
Am Nachmittag machten wir uns auf eine Erkundungs Runde in der Stadt. In einem typical Tico Restaurant (die Costaricaner nennen sich Tico: das kommt von ihrer Art alle Woerter zu 'verkleinern' indem sie -tico hinten anhaengen) genossen wir unsere erste, aber sicher nicht letzte Cassado: dies ist eine Futterplatte die mindestens weissen Reis und schwarze Bohnen aufweist. Dazu kommt geschnetzeltes Fleisch (Rind, Fisch oder Poulet) und je nachdem gebratene Kochbananen, Tortillas, Ei, Salat - immer etwas unterschiedlich und grad nach Lust und Laune des Chefkochs. Sehr lecker!

Von der Stadt selbst sahen wir nicht viel und was wir sahen war nicht so spannend: wir kamen ja wegen der Natur :-). Auffallend ist, dass das ganze ziemlich auf 'modern' ausgerichtet ist. Viele amerikanische Laeden, Leute tragen (sehr enge) Jeans, Nike Schuhe und Arsenal T-Shirts. So hab ich mir die Stadt wirklich nicht vorgestellt.
Sonntag
Heute ging’s los auf die Adventure Tour, organisiert von Serendipidy. Unser guide Kirk, ein ex-Ami, holte uns und unsere einzige Mitteilnehmerin, Vera, im Hotel ab. Vera ist eine Mutter von erwachsenen Kindern aus Kanada - sie war bestens auf die Reise vorbereitet (inklusive Spanischkurs und Fitnessklassen Intensivierung) - Sie konnte also problemlos bei den Aktivitaeten mithalten und war wie wir immer dabei, noch eine extra Tour anzuhaengen. Wir hatten Glueck mit ihr zu reisen und wir verstanden uns sehr gut.
Unser erstes Abenteuer nannte sich Canopy Tour. Dazu fuhren wir in einen nahe gelegenen Nebelwald, wo wir uns an Stahlseilen von einem Baum zum andern Schwangen: man hat einen Kletterguertel (wie nennt man das aecht richtig?) an und wird mit einem Rollhacken am Seil befestigt. Ausser ein bisschen Bremsen ab und zu muss man eigentlich nichts machen - nur die super Aussicht aus den Baumwipfeln geniessen. So flitzen wir ueber Baeche und Wasserfaelle und natuerlich durch wild bewachsene Baumkronen. Der Wald ist fuer einen Naturfreak einmalig: Die Baueme sind durch bis zu 200 veschiedene Pflanzenarten wild ueberwachsen. Da wachsen Farne, Orchideen, Bromelien, Araceen und viele Moose und Flechten auf den Baeumen, so dass man den Stamm kaum mehr sieht. Ich konnt nur staunen.

Nach diesen Eindruecken fuhren wir dann nach Turrialba, welches in den Bergen zwischen dem Central Valley (wo San Jose liegt) und der Karibik Kueste liegt. Dort verbringen wir die kommenden 6 Naechte.
Montag
Die Sonne begruesste uns und wir machten uns auf auf unser Mountainbike vergnuegen. Die Bikes kamen natuerlich bei Weitem nicht an unseren Standart, aber da die Tour auch nicht unseren normalen Anstrengungsgrad eines Bikeausflueges entsprach, war das nicht so schlimm. Etienne musste zwar etwa 10 cm tiefer als gewohnt sitzen, aber auch er kam ohne groessere Knieschmerzen ans Ziel. Wenn die Fahrt auch nicht sehr anspruchsvoll war, so war sie doch umso schoener. Wir fuhren zwischen bluehende Zuckerrohrfelder (und testeten auch eine Zuckerrohrstange: man kaut auf dem faserigen Gewebe und saugt den suessen Saft aus, mhhh), durch abgelegene Doerfer und wilde Waelder.


In den Doerfern, seien sie auch noch so munzig und abgelgen, faellt einem auf, dass sie IMMER einen wunderpraechtigen Fussbaldplatz besitzen, aus allen Haeusern der Radio/TV laut plaert, Maenner und Frauen gemuetlich auf der Veranda sitzen und dass die Weihnachtsdekorationen nirgends fehlen duerfen.
Am Nachmittag fuhren wir durch riesige Kaffe Plantagen - es war gerader Start der ca. 3 Monatigen Erntezeit, so riefen uns die Pfluecker, welche so zwischen 6 und 99 Jahre alt sind, ein freundliches 'Buenas' hinterher. Die Leute in Costa Rica sind allgemein extrem freundlich und offen gegenueber Fremden. Unsere Fahrt endete mit einem kurzen Hike zu einem superschoenen Wasserfall - im Verlauf unserer Ferien merkten wir, dass es hier nur so von superschoenen Wasserfaellen wimmelt. Eine echte Augenfreude!
Dienstag
In der Nacht kam die Kaltfront, mit ihr der Hochnebel und der Regen. Tzzzz! Am Morgen hatte sich zumindest der Regen gelegt und es ging auf Richtung Fluss: heute war Duckie fahren angesagt. Duckies sind Kanus aus Gummi (so aehnlich wie ein Raft), in dem 2 Personen hintereinander sitzen koennen. Da es kleiner ist als ein Raft und man weiter unten Sitzt ist es mehr Action als ein grosses, traeges Raft. Leider hatten wir nur 2 Duckies und 1 kleines Raft - nach dem Aufblasen hatten wir dann nur noch 1 Ducky und 1 kleines Raft, da irgendwo ein Loch in dem Ducky war. Wir waren schon etwas enttaeuscht, aber naju. Die Schnellen des Flusses waren hauptsaechlich als Grade 3 kategorisiert (mittlere Schwere, es geht von 1 bis 6, wobei 6 bedeutet, dass noch nie jemand lebend dort durch kam - da schon Menschen in Holzfaessern den Fall der Niagara Faelle ueberlebt haben, sind die Niagara Faelle Grade 5... nicht dass ich das probieren moechte). Die Natur war wieder einmalig, mit Bauemen die schwer beladen mit andern Pflanzen quer ueber den Fluss ragten. Wir sahen viele Voegel und ein Faulier, natuerlich am schlafen. Die Paddelarbeit war auch ganz laess und es floss vor allem im Ducky viel Adrenalin (wir wechselten uns im Ducky ab). Mittagessen gab es auf einer Flussbank, das Raft wurde umgekehrt als Tisch genutzt und die Guides tischten kraeftig auf. Gegen Schluss kam dann auch noch der Regen zurueck, aber wir waren ja sowieso schon klatsch nass, da spielte es zum Glueck nicht so eine grosse Rolle.



Mittwoch
Wieder Nebel, wieder Regen in der Nacht - trotzdem machten wir uns tapfer auf um den Turrialba Vulkan zu besteigen. Mit seinen ca 3300 Metern Hoehe doch ein stolzes Bergli. Wir fuhren aber ziemlich weit mit dem Auto hoch, so dass wir im gesamten nur noch ca 800 Hoehenmeter ueberwinden mussten. Leider fehlte die schoene Aussicht dank dem Nebel, aber die Pflanzenwelt, welche auf dieser Hoehe wieder ganz anders war, konnten wir dennoch geniessen. Hier waechst zum Beispiel der 'Poor Man's Ombrella', eine bis zu 4 Meter hohe Pflanze, welche Blaetter macht, die ueber 2 Meter Durchmesser haben koennen. Sehr eindruecklich.

Der Vulkan hat 3 Krater und ist noch aktiv - das heisst es hat Loecher wo Schwefeldampf raus kommt und es ist auch etwas waermer. Der letzte Ausbruch liegt aber ueber 150 Jahre zurueck, es war also ziemlich gefahrenlos fuer uns Wanderer. Mit dem Nebel wirkte das ganze sehr mondaehnlich, mit schwarzem Gestein und karger Vegetation (ok, ich weiss, dass auf dem Mond nichts waechst!). Der Nebel tat dann geringfuegig auf, gerade genuegend um den Kratergrund mit dem tuerkis Wasser fuer uns sichtbar zu machen.

Donnerstag
Unser guide, Ingrid (ja, ihre Eltern sind Deutsch, sie ist aber in Costa Rica aufgewachsen), hatte panische Angst vor der heutigen Fahrt ins Hinterland. Mit dem vielen Regen sind die Natur-Lehm-Strassen sehr schwierig zu befahren. Aber so schlimm war's dann doch nicht. Zudem hat der Regen in der Nacht aufgehoert und hat sich den ganzen Tag nicht mehr blicken lassen. Die Fahrt war sehr schoen, die Nebelwaelder vernebelt und die Bananenbaueme am Bluehen. Wir fuhren zu einer abgelegenen Farm, die auch ein Hotel ist und einem costaricanischem Ehepaar gehoert - dies ist hier eher eine Seltenheit: Hotels von hoeherer Klasse gehoeren in der Regel den Auslaendern, so auch etwa 80% der Hotels an den Kuesten (hab ich gehoert)! Nach Ankunft bekamen wir Gummistiefel und braven Pferdles zugewiesen. Die Pferde waren fuer europaeische Verhaeltnisse eher klein und mager, dafuer aber umso trittsicherer und mitdenkender. Wir ritten schmale, schlammige Abhaenge hinunter, manchmal lag auch ein Baumstamm quer darueber. Die Pferde rutschten zwar oft, aber sie liefen ohne Augenzwinkern weiter. Ich legte mein Schicksal ganz in die Expertise des Pferdes und versuchte gar nicht erst, fuer ihn den besten Weg durch das Dickicht zu finden. Der Ritt war sehr eindruecklich, es ging wirklich quer durch den Jungel und wir fuehlten uns sehr weit weg von jeglicher Zivilisation und einem Computerbildschirm. Das durchquerte Gebiet ist uebrigens Schutzgebiet des Indio Stamm der Kuabekas (???).


Freitag
Heute stand Canyoing auf der Liste. Das Wetter war etwas freundlicher und wir betraten einmal mehr die dichte Natur an einem Bachlauf. Das Ganze war mit viel Warten verbunden, bis jeweils alle Sicherheitsseile festgezurrt waren und sich der erste Guide hinunter gelassen hatte. Danach waren wir dran. Wir seilten uns ueber verschiedene Wasserfaelle und Klippen ab und liefen dazwischen durch Wald oder Bachbett. Einmal mussten wir auch von einer Felskante ins Wasser springen. Der Hoehepunkt war dann ein ca 40 Meter hoher Wasserfall, neben welchen wir uns abseilen sollten. Wir waren schon sehr nervoes und dann umso enttaeuschter, als der Vortrab-Guide sagte, dass wir den Abstieg nicht machen koennen. Ein Baum ist bei einem Sturm umgekippt und lag quer ueber die Bahn, fuer uns Anfaenger waere dieses Hindernis zu schwierig gewesen. Hmm, schade. Wir wurden dann durch ein umso besseres Essen vertroestet.



Samstag
Der Paquare River ist einer der 5 Top-Weltklasse Fluesse fuer River Rafting. Die Stromschnellen der Klasse 4 reihen sich hier aneinander. Heute machten wir uns auf diesen Fluss zu bezwingen. River Rafting auf dem Paquare ist eine beliebte Aktivitaet und so waren wir nicht ganz die einzigen, die das Raft am Einstiegsort ins Wasser liessen. Aber viel Zeit hatten wir nicht um uns auf andere Rafts zu konzentrieren. In einem kleinen Raft (macht mehr Spass weil leichter) sassen wir nur mit 4 Personen, es war echt etwas los und bald schon taten mir die Arme vom Paddeln weh! Etienne und Vera wurden einmal zusammen aus dem Raft gespuehlt und ich konnte meine Notrettung ueben. Ansonsten verlief die Fahrt ungefaehrlich, aber sehr aufregend. Mittagessen gab’s dann auch wieder im PicNic Style. An der Anlegestelle sahen wir auch noch eine ca 1.5 Meter lange Schlange.

Auch der Paquare bot wieder wunderschoene Natur - heute sogar in der Sonne - durch dichten Jungel, durch Schluchten und an vielen Wasserfaellen vorbei. Mit dem Ende der Raft Tour endete auch die organisierte Tour. Wir wurden noch zurueck nach San Jose gebracht und dann waren wir auf uns allein gestellt.
Sonntag/Montag
Nach langem hin und her entschieden wir uns gegen eine 4h Busfahrt an den Pazifik und fuhren stattdessen 1h in die Nebelwaelder, zu einer Lodge die an den Abhang einer Schlucht gebaut wurde. Unter Schlucht stellt man sich noramlerweise eine Steinige Felswand vor, in Costa Rica ist das nicht so: es ist eine gruene Wand, voellig verwachsen mit aller Art von Pflanzen. Unser Bungalow hatte eine Veranda die direkt an den Abhang gebaut war, mit Sicht auf Sonnenauf und -untergang. Die Schaukelstuehle auf der Veranda wurden kraeftig genutzt, wenn man auch bei den vielen Voegeln und Kamikaze-Käfern kaum weg von der Kulisse und ins Buch schauen konnte.

Wir genossen auch Pool und Hottub, frische Fruchtsaefte und eine kurze Wanderung in die Schlucht hinunter, von wo man einen 50 Meter hohen Wasserfall bestaunen konnte. So genossen wir die letzten zwei, zum Glueck wieder sonnigen Tage eher auf gemuetliche Weise. Wir gingen nochmals auf einen Reitausflug durch die Kaffeplantagen auf luepfigen Andalusier Pferden und machten eine sehr kurze, relativ unbefriedigende Tour zu einem Handwerkerdoerfchen (=aneinandergereihte Souvenierfallen).

Tja, und das waers dann schon wieder gewesen mit unsern Ferien.
Auf der Fahrt vom Flughafen zu unserem Hotel fiel uns bereits folgendes auf:
- McDonalds jagt BurgerKing und PizzaHut - sehr veramerikanisiert, das Ganze
- Menschen spazieren auf der Autobahn, manchmal haelt sogar ein Bus um sie aufzulesen
- Die Stadt wirkt sehr modern und sauber, gar nicht wie ein 3-Welt Land
- Taxifahrer in San Jose kennen kein Pardon und kommen seeehr schnell ans Ziel
- Sogar in der Naehe der Stadt ist alles sehr gruen, uebersaeht von Bananenstauden, ueberwachsenen Eichen, Palmen und allem was so waechst wenns genuegend Sonne und Wasser hat
Am Nachmittag machten wir uns auf eine Erkundungs Runde in der Stadt. In einem typical Tico Restaurant (die Costaricaner nennen sich Tico: das kommt von ihrer Art alle Woerter zu 'verkleinern' indem sie -tico hinten anhaengen) genossen wir unsere erste, aber sicher nicht letzte Cassado: dies ist eine Futterplatte die mindestens weissen Reis und schwarze Bohnen aufweist. Dazu kommt geschnetzeltes Fleisch (Rind, Fisch oder Poulet) und je nachdem gebratene Kochbananen, Tortillas, Ei, Salat - immer etwas unterschiedlich und grad nach Lust und Laune des Chefkochs. Sehr lecker!

Von der Stadt selbst sahen wir nicht viel und was wir sahen war nicht so spannend: wir kamen ja wegen der Natur :-). Auffallend ist, dass das ganze ziemlich auf 'modern' ausgerichtet ist. Viele amerikanische Laeden, Leute tragen (sehr enge) Jeans, Nike Schuhe und Arsenal T-Shirts. So hab ich mir die Stadt wirklich nicht vorgestellt.
Sonntag
Heute ging’s los auf die Adventure Tour, organisiert von Serendipidy. Unser guide Kirk, ein ex-Ami, holte uns und unsere einzige Mitteilnehmerin, Vera, im Hotel ab. Vera ist eine Mutter von erwachsenen Kindern aus Kanada - sie war bestens auf die Reise vorbereitet (inklusive Spanischkurs und Fitnessklassen Intensivierung) - Sie konnte also problemlos bei den Aktivitaeten mithalten und war wie wir immer dabei, noch eine extra Tour anzuhaengen. Wir hatten Glueck mit ihr zu reisen und wir verstanden uns sehr gut.
Unser erstes Abenteuer nannte sich Canopy Tour. Dazu fuhren wir in einen nahe gelegenen Nebelwald, wo wir uns an Stahlseilen von einem Baum zum andern Schwangen: man hat einen Kletterguertel (wie nennt man das aecht richtig?) an und wird mit einem Rollhacken am Seil befestigt. Ausser ein bisschen Bremsen ab und zu muss man eigentlich nichts machen - nur die super Aussicht aus den Baumwipfeln geniessen. So flitzen wir ueber Baeche und Wasserfaelle und natuerlich durch wild bewachsene Baumkronen. Der Wald ist fuer einen Naturfreak einmalig: Die Baueme sind durch bis zu 200 veschiedene Pflanzenarten wild ueberwachsen. Da wachsen Farne, Orchideen, Bromelien, Araceen und viele Moose und Flechten auf den Baeumen, so dass man den Stamm kaum mehr sieht. Ich konnt nur staunen.

Nach diesen Eindruecken fuhren wir dann nach Turrialba, welches in den Bergen zwischen dem Central Valley (wo San Jose liegt) und der Karibik Kueste liegt. Dort verbringen wir die kommenden 6 Naechte.
Montag
Die Sonne begruesste uns und wir machten uns auf auf unser Mountainbike vergnuegen. Die Bikes kamen natuerlich bei Weitem nicht an unseren Standart, aber da die Tour auch nicht unseren normalen Anstrengungsgrad eines Bikeausflueges entsprach, war das nicht so schlimm. Etienne musste zwar etwa 10 cm tiefer als gewohnt sitzen, aber auch er kam ohne groessere Knieschmerzen ans Ziel. Wenn die Fahrt auch nicht sehr anspruchsvoll war, so war sie doch umso schoener. Wir fuhren zwischen bluehende Zuckerrohrfelder (und testeten auch eine Zuckerrohrstange: man kaut auf dem faserigen Gewebe und saugt den suessen Saft aus, mhhh), durch abgelegene Doerfer und wilde Waelder.


In den Doerfern, seien sie auch noch so munzig und abgelgen, faellt einem auf, dass sie IMMER einen wunderpraechtigen Fussbaldplatz besitzen, aus allen Haeusern der Radio/TV laut plaert, Maenner und Frauen gemuetlich auf der Veranda sitzen und dass die Weihnachtsdekorationen nirgends fehlen duerfen.
Am Nachmittag fuhren wir durch riesige Kaffe Plantagen - es war gerader Start der ca. 3 Monatigen Erntezeit, so riefen uns die Pfluecker, welche so zwischen 6 und 99 Jahre alt sind, ein freundliches 'Buenas' hinterher. Die Leute in Costa Rica sind allgemein extrem freundlich und offen gegenueber Fremden. Unsere Fahrt endete mit einem kurzen Hike zu einem superschoenen Wasserfall - im Verlauf unserer Ferien merkten wir, dass es hier nur so von superschoenen Wasserfaellen wimmelt. Eine echte Augenfreude!
Dienstag
In der Nacht kam die Kaltfront, mit ihr der Hochnebel und der Regen. Tzzzz! Am Morgen hatte sich zumindest der Regen gelegt und es ging auf Richtung Fluss: heute war Duckie fahren angesagt. Duckies sind Kanus aus Gummi (so aehnlich wie ein Raft), in dem 2 Personen hintereinander sitzen koennen. Da es kleiner ist als ein Raft und man weiter unten Sitzt ist es mehr Action als ein grosses, traeges Raft. Leider hatten wir nur 2 Duckies und 1 kleines Raft - nach dem Aufblasen hatten wir dann nur noch 1 Ducky und 1 kleines Raft, da irgendwo ein Loch in dem Ducky war. Wir waren schon etwas enttaeuscht, aber naju. Die Schnellen des Flusses waren hauptsaechlich als Grade 3 kategorisiert (mittlere Schwere, es geht von 1 bis 6, wobei 6 bedeutet, dass noch nie jemand lebend dort durch kam - da schon Menschen in Holzfaessern den Fall der Niagara Faelle ueberlebt haben, sind die Niagara Faelle Grade 5... nicht dass ich das probieren moechte). Die Natur war wieder einmalig, mit Bauemen die schwer beladen mit andern Pflanzen quer ueber den Fluss ragten. Wir sahen viele Voegel und ein Faulier, natuerlich am schlafen. Die Paddelarbeit war auch ganz laess und es floss vor allem im Ducky viel Adrenalin (wir wechselten uns im Ducky ab). Mittagessen gab es auf einer Flussbank, das Raft wurde umgekehrt als Tisch genutzt und die Guides tischten kraeftig auf. Gegen Schluss kam dann auch noch der Regen zurueck, aber wir waren ja sowieso schon klatsch nass, da spielte es zum Glueck nicht so eine grosse Rolle.



Mittwoch
Wieder Nebel, wieder Regen in der Nacht - trotzdem machten wir uns tapfer auf um den Turrialba Vulkan zu besteigen. Mit seinen ca 3300 Metern Hoehe doch ein stolzes Bergli. Wir fuhren aber ziemlich weit mit dem Auto hoch, so dass wir im gesamten nur noch ca 800 Hoehenmeter ueberwinden mussten. Leider fehlte die schoene Aussicht dank dem Nebel, aber die Pflanzenwelt, welche auf dieser Hoehe wieder ganz anders war, konnten wir dennoch geniessen. Hier waechst zum Beispiel der 'Poor Man's Ombrella', eine bis zu 4 Meter hohe Pflanze, welche Blaetter macht, die ueber 2 Meter Durchmesser haben koennen. Sehr eindruecklich.

Der Vulkan hat 3 Krater und ist noch aktiv - das heisst es hat Loecher wo Schwefeldampf raus kommt und es ist auch etwas waermer. Der letzte Ausbruch liegt aber ueber 150 Jahre zurueck, es war also ziemlich gefahrenlos fuer uns Wanderer. Mit dem Nebel wirkte das ganze sehr mondaehnlich, mit schwarzem Gestein und karger Vegetation (ok, ich weiss, dass auf dem Mond nichts waechst!). Der Nebel tat dann geringfuegig auf, gerade genuegend um den Kratergrund mit dem tuerkis Wasser fuer uns sichtbar zu machen.

Donnerstag
Unser guide, Ingrid (ja, ihre Eltern sind Deutsch, sie ist aber in Costa Rica aufgewachsen), hatte panische Angst vor der heutigen Fahrt ins Hinterland. Mit dem vielen Regen sind die Natur-Lehm-Strassen sehr schwierig zu befahren. Aber so schlimm war's dann doch nicht. Zudem hat der Regen in der Nacht aufgehoert und hat sich den ganzen Tag nicht mehr blicken lassen. Die Fahrt war sehr schoen, die Nebelwaelder vernebelt und die Bananenbaueme am Bluehen. Wir fuhren zu einer abgelegenen Farm, die auch ein Hotel ist und einem costaricanischem Ehepaar gehoert - dies ist hier eher eine Seltenheit: Hotels von hoeherer Klasse gehoeren in der Regel den Auslaendern, so auch etwa 80% der Hotels an den Kuesten (hab ich gehoert)! Nach Ankunft bekamen wir Gummistiefel und braven Pferdles zugewiesen. Die Pferde waren fuer europaeische Verhaeltnisse eher klein und mager, dafuer aber umso trittsicherer und mitdenkender. Wir ritten schmale, schlammige Abhaenge hinunter, manchmal lag auch ein Baumstamm quer darueber. Die Pferde rutschten zwar oft, aber sie liefen ohne Augenzwinkern weiter. Ich legte mein Schicksal ganz in die Expertise des Pferdes und versuchte gar nicht erst, fuer ihn den besten Weg durch das Dickicht zu finden. Der Ritt war sehr eindruecklich, es ging wirklich quer durch den Jungel und wir fuehlten uns sehr weit weg von jeglicher Zivilisation und einem Computerbildschirm. Das durchquerte Gebiet ist uebrigens Schutzgebiet des Indio Stamm der Kuabekas (???).


Freitag
Heute stand Canyoing auf der Liste. Das Wetter war etwas freundlicher und wir betraten einmal mehr die dichte Natur an einem Bachlauf. Das Ganze war mit viel Warten verbunden, bis jeweils alle Sicherheitsseile festgezurrt waren und sich der erste Guide hinunter gelassen hatte. Danach waren wir dran. Wir seilten uns ueber verschiedene Wasserfaelle und Klippen ab und liefen dazwischen durch Wald oder Bachbett. Einmal mussten wir auch von einer Felskante ins Wasser springen. Der Hoehepunkt war dann ein ca 40 Meter hoher Wasserfall, neben welchen wir uns abseilen sollten. Wir waren schon sehr nervoes und dann umso enttaeuschter, als der Vortrab-Guide sagte, dass wir den Abstieg nicht machen koennen. Ein Baum ist bei einem Sturm umgekippt und lag quer ueber die Bahn, fuer uns Anfaenger waere dieses Hindernis zu schwierig gewesen. Hmm, schade. Wir wurden dann durch ein umso besseres Essen vertroestet.



Samstag
Der Paquare River ist einer der 5 Top-Weltklasse Fluesse fuer River Rafting. Die Stromschnellen der Klasse 4 reihen sich hier aneinander. Heute machten wir uns auf diesen Fluss zu bezwingen. River Rafting auf dem Paquare ist eine beliebte Aktivitaet und so waren wir nicht ganz die einzigen, die das Raft am Einstiegsort ins Wasser liessen. Aber viel Zeit hatten wir nicht um uns auf andere Rafts zu konzentrieren. In einem kleinen Raft (macht mehr Spass weil leichter) sassen wir nur mit 4 Personen, es war echt etwas los und bald schon taten mir die Arme vom Paddeln weh! Etienne und Vera wurden einmal zusammen aus dem Raft gespuehlt und ich konnte meine Notrettung ueben. Ansonsten verlief die Fahrt ungefaehrlich, aber sehr aufregend. Mittagessen gab’s dann auch wieder im PicNic Style. An der Anlegestelle sahen wir auch noch eine ca 1.5 Meter lange Schlange.

Auch der Paquare bot wieder wunderschoene Natur - heute sogar in der Sonne - durch dichten Jungel, durch Schluchten und an vielen Wasserfaellen vorbei. Mit dem Ende der Raft Tour endete auch die organisierte Tour. Wir wurden noch zurueck nach San Jose gebracht und dann waren wir auf uns allein gestellt.
Sonntag/Montag
Nach langem hin und her entschieden wir uns gegen eine 4h Busfahrt an den Pazifik und fuhren stattdessen 1h in die Nebelwaelder, zu einer Lodge die an den Abhang einer Schlucht gebaut wurde. Unter Schlucht stellt man sich noramlerweise eine Steinige Felswand vor, in Costa Rica ist das nicht so: es ist eine gruene Wand, voellig verwachsen mit aller Art von Pflanzen. Unser Bungalow hatte eine Veranda die direkt an den Abhang gebaut war, mit Sicht auf Sonnenauf und -untergang. Die Schaukelstuehle auf der Veranda wurden kraeftig genutzt, wenn man auch bei den vielen Voegeln und Kamikaze-Käfern kaum weg von der Kulisse und ins Buch schauen konnte.

Wir genossen auch Pool und Hottub, frische Fruchtsaefte und eine kurze Wanderung in die Schlucht hinunter, von wo man einen 50 Meter hohen Wasserfall bestaunen konnte. So genossen wir die letzten zwei, zum Glueck wieder sonnigen Tage eher auf gemuetliche Weise. Wir gingen nochmals auf einen Reitausflug durch die Kaffeplantagen auf luepfigen Andalusier Pferden und machten eine sehr kurze, relativ unbefriedigende Tour zu einem Handwerkerdoerfchen (=aneinandergereihte Souvenierfallen).

Tja, und das waers dann schon wieder gewesen mit unsern Ferien.

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