Lee in San Francisco

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August 21, 2005

Henry Coe Park

Es war mal wieder Zeit fuer eine Flucht vor dem Nebel - diese fuehrte uns in den groessten State Park im Norden Californien's, den Henry Coe State Park. Von uns aus dauert die Fahrt ca 1.5h Richtung Sueden. Wir waren etwas besorgt ueber den Nebel, der auch auf der Fahrt ein staendiger Begleiter blieb - ok, nicht wirklich dichter Nebel, aber Dunst und weisser Himmel. Das ist weiss Gott nicht unsere Vorstellung von einer Flucht in die Sonne! Der Park liegt aber auf stattlichen 700 Metern Hoehe, so dass wir dem weissen Zeug vertikal entfliehen konnten. Der Campingplatz erwartete uns mit freudiger Waerme und einer wunderschoenen Sicht ueber das Nebelbedeckte Tal. Nach dem Errichten unserer Nachtstaette machten wir uns auch bald auf in das wilde Abenteuer. Der Park ist ein Mekka fuer Mountainbiker - voll von maerchenhaften Singletrails in Waelder, ueber goldenen Felder, durch Haine mit bluehenden Bueschen (ok, die Buesche tun sau weh, wenn der Weg zu eng ist und die Dinger an den Armen entlang streifen, auf den Wiesen hat’s Graeser mit so Harpunenartigen Samen, die sich in den Kleidern fest fressen und in den Waeldern macht einem der Poison Oak das Leben schwer... aber diese Uebel sind ja schnell vergessen :-)). Zurueck auf dem Campingplatz war grad eine Trauung in Gange. Das Hochzeitspaar gab sich eben das Ja Wort und da schauten wir ein bisschen zu. Schon ein sehr idyllischer Ort fuer eine Hochzeit, das mussten wir zugeben. Danach wurde in einer offenen Scheune bei Kerzenlicht und einem aeusserst schaebigen Ghettoblaster gefeiert - perfekt ausgerichtet auf Sonnenuntergang gefolgt von einem riesigen, orangen (fast) Vollmond, der ueber den Waeldern aufging. Wir wollten uns dann spaeter unter die Feiergesellschaft mischen und das Buffet abraeumen - leider hatten wir dann doch nicht den Mut dazu. Zudem waeren wir Duft maessig wohl etwas aufgefallen, wir merkten naemlich nach einer ausgedehnten Suche nach einer Dusche, dass "primitive Campground" wohl bedeutet, dass eben eine solche zivilisierte Installation nicht vorahnden ist. So mussten wir uns mit dem Kaltwasser Hahnen vor unserem Zelt begnuegen. Da wir die Hochzeitsgesellschaft nicht mit unseren nackten Hintern in Empoerung versetzen wollten, blieb die Katzenwaesche etwas duerftig aus. Naja, das gehoert wohl zum Abenteuer - zudem rochen wir nach dem Brutzeln unserer Steaks sowieso nur noch nach Grillwuerste, da kam es gar nicht mehr so drauf an... Die Nacht blieb dann fuer mich leider etwas kurz aus. Die Hochzeitsgesellschaft ihr knatternder Ghettoblaster war etwas entfernt von uns, die waren nicht das Problem. Das Problem zeigte sich in einer Gruppe Teenagern mit einem eigentlich nicht schlechten Musikgeschmack (NIN, Placebo, SexPistols - ok, das ist etwas sehr lange her...), aber leider einen sehr power-vollen Ghettoblaster. Es dauerte eine Weile bis sie sich in ihr Bier-Koma groelten. Danach war die Nacht ruhig und idyllisch und wir konnten auch noch einen Waschbaeren beobachten, wie er elegant auf unserer CoolBox rumturnte.
Am Sonntag machten wir uns dann auf eine etwas groessere Ausfahrt. Mutig stellten wir uns eine Route zusammen, von der wir eigentlich nicht viel wussten, ausser dass es dort einen Weg gibt. Tja, etwas wurden wir fuer unseren Mut schon bestraft. Es hiess 500 Hoehenmeter Velo vor sich hin schieben - der Weg war sooo steil. Ok, ein geuebter Wanderer haette das an dem eingezeichneten Weg wohl erkannt, der ging naemlich einfach von dem Tal mehr oder weniger gerade auf die Huegelspitze. Tja, man hat ja nie ausgelernt. Nach einer Stunde belohnten wir uns dann auf der Spitze mit einem Powerbar - zudem belohnte uns die Natur mit einer wunderschoenen Fahrt auf dem Grat der Huegelkette. Danach gabs eine fetzige Abfahrt, gefolgt von einem weiteren Weg-Fehlentscheid. Ich wollte die Abkuerzung nehmen - dies hiess Velo 30 Minuten durch ein (meist) ausgetrocknetes Flussbett tragen, hiefen und stemmen, begleitet von leisem Vor-Sich-Hin-Fluchen. Die Moral war schon ein bisschen getruebt, vollends dann als uns auch noch unser Wasservorrat ausging (wir hatten doch nochmals etwas ueber 600 Hoehnmeter vor uns und dies bei ca 30 Grad...). Die Auffahrt war dann aber durchgehend fahrbar, meist im Schatten und sehr schoen. Wir fanden wieder etwas zu unserer Begeisterung zurueck und auch wenn ich ein bisschen viele Pausen einlegen musste, kamen wir nach 5.5 Stunden beim Auto an. Mit Getorade wurde dann auf die Leistung angestossen. Auf der ganzen Fahrt begegneten wir uebrigens keiner einzigen Person - dies Kombiniert mit der Tatsache, dass wir keine Velopumpe dabei hatten, brachte noch ein bisschen extra Nervenkitzel in den Ausflug... (fuer alle Nicht-Mountainbiker: es kommt doch ziemlich oft mal vor, dass man auf der Fahrt einen Platten hat. Ohne Pumpe ist das so ziemlich genau der Anfang vom Ende des Fahrspasses...).

Die boesen Buesche

Rote Baeume...