Lee in San Francisco

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Mai 15, 2006

Das erste Mal Zelteln

Zur feier des 15. Mai nahmen wir einen Tag frei und fuhren in den ca 4 Stunden entfernten Yosemite Park. Der Anlass: 10 Jahre Etienne & Lee, das muss doch schon ein bisschen gefeiert werden! So machten wir uns am Donnerstag Abend mit dem Feierabendverkehr auf Richtung Sueden und dann gegen Osten. Wir fuhren so weit wir es im Auto aushielten und uebernachteten in einem komischen "In-der-Mitte-Von-Niergendwo" Staedchen namens Oakdale. Dort nahmen wir ganz nach Ami Manier in einem Carl's Jr Burger Laden (eine Fast-Food Kette) unser Nachtessen ein. Etienne hat es in seinem Blog auch schon erwaehnt, der Hammer: er bestellte einen 6 Dollar Burger (was hier ein sehr stattlicher Preis ist). Weil man hier alles "low-" irgendwas kriegt, stand da auch ein Low-Charb Burger (also wenig Kohlenhydrate) auf dem Menu. Etienne, mit schlechten Gewissen in einem Fast Food Laden, bestellte einen solchen Burger, wenn man ein Stueck Hackfleischfrikadelle zwischen 2 Salatblaettern einen "Burger" nennen kann. Alles was Recht ist! Wir mussten schon ziemlich schmunzeln und Etienne war nicht ganz so befriedigt von dem Nachtessen... Uebernachten taten wir in einem Best-Western Motel, doch auch ein schoener Klassiker (das ruft in mir gleich Kindheitserinnerungen auf, als wir mit meiner Familie durch die Paerke Westamerikas reisten). Und sie sehen eben schon alle gleich aus - inklusive Eismaschine im Gang.
Nach einem Morgenessen im Motel aus Styropor Geschirr - man muss sich das mal vorstellen, was da fuer Abfallberge allein in diesem Motel pro Jahr anfallen! Uebel! - fuhren wir gestaerkt der Sonne entgegen. Durch die huegeligen Vorlauefer der Sierras und dichte Nadelwald immer etwas hoeher, bis wir in das Yosemite Valley einfuhren. Durch die vielen Schneemengen dieses Winters waren die Wasserfaelle gepackt vom vielen Schmelzwasser und schon von weiten sahen wir unzaehlige weisse Striche die an den massiven Granitfelsen runter flossen.

Wir machten uns gleich ans Zeltaufbauen, Wanderkarte kaufen, Sandwiches streichen und ab auf die Piste. Wir waehlten eine zwar sehr beliebte (= also nicht in voelliger Einsamkeit), aber auch sehr eindrueckliche Wanderung an zwei maechtigen Wasserfaellen vorbei. Wir wanderten sozusagen hinten um den Half Dome, ein sehr bekannter, massiver Granitfels der wie eine Kuppe da steht, auf einer Seite aber aussieht, als haette jemand die Haelfte mit einem grossen Messer abgeschnitten(Foeteli unten).
Ich bin immer wieder erstaund wie schnell man zu Fuss Hoehe gewinnt und wie weit man in ein paar Stunden Wandern kommt. Wir genossen die Sicht von Oberhalb des zweiten Wasserfalls und machten uns nach einem Paeuseli an den feuchten Abstieg (mit dem vielen Wasser der Faelle sind viele Teile des Weges voellig durch die Wasserfall-Gischt (hmm, gibts das?) vernebelt).



Am Abend bruzelten wir uns verdiente Steaks auf dem Grill und genossen das Leben in freier Natur: 3 Tage nicht in einem Gebaeude sein ist eben schon was schoenes.

Am naechsten Moregn stand Etienne um 6 Uhr auf und stellte sich vor die Rangerstation - vor ihm waren schon 4 Leute die noch frueher da waren: wir hatten noch keinen Zeltplatz fuer Samstag Abend und da man kurzfristig nicht reservieren kann, gilt die Regel "der Schnaellere ist der Gschwindere". Um 8 Uhr ging das Buero auf und zum Glueck hat sich Etienne's Morgenaktivitaet gelohnt und wir (oder besser er) konnten noch einen Platz fuer Samstag ergattern! Merci!! Fuer diesen Tag haben wir uns eine etwas groessere Wanderung ausgesucht: die mit 10-12 Stunden deklarierte Half-Dom Tour konnten wir "leider" nicht machen, weil da Oben noch Schnee liegt. Ich war ein bisschen erleichtert, weil das klang grad sehr anstrengend... Aber vielleicht bei unserem naechsten Besuch, weil es klingt machbar und mal dort oben zu stehen waer doch noch nett. Auf jeden Fall entschieden wir uns fuer eine doch auch stattliche Wanderung hoch zum hoechsten Wasserfall der USA, dem Yosemite Falls (740m). Der Aufstieg war steil und zum Teil auch ziemlich heiss, aber nicht ganz so unendlich wie ich mir das beim Hochschauen am Start vorstellte. Etienne setzte mit seinem Stechschritt voraus und ich keuchte hinterher. Die einmalige Aussicht auf den Wasserfall beim Aufstieg machte es aber einfacher. Wieder staunten wir oben wie schnell man mit zwei Fuessen so hoch hinaus gehen kann. Die Aussicht war atemberaubend und wir genossen unser Mittagessen mit Panorama-Blick auf das Yosemite Valley und den Half Dome.

Man beachte: Aus der Schweiz importierte (und leider abgelaufene) Petite Beurres kamen mit auf die Reise. Und man beachte Nr 2: da unten im Tal, bei den Baeumen, da sind wir gestartet.





Am Sonntag machten wir uns einen gemuetlichen Tag. Am Morgen gingen wir auf eine schoene 2 Stuendige Waderung um einen See - den Mirror Lake, der seinem Namen alle Ehre machte - und durch viel Wasser (der Weg war zum Teil etwas ueberflutet).

Der Berg hier ist also nicht auf dem Kopf, sondern spiegelt sich im See...


Danach packten wir unsere PickNick Decke und ein Buch und legten uns an einem Fluss in die Sonne. Ach, das haett ich noch lange ausgehalten! Aber nein, das Schaffen rufte auch schon wieder, so fuhren wir dann brav gegen Abend wieder heimwaerts.